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Die Kunst der Hinterglasmalerei  

Bei der Hinterglasmalerei wird das Bild spiegelverkehrt direkt auf die Rückseite einer Glasplatte mit deckenden Farben (zumeist Öl- oder Acrylfarben) gemalt. Die Farben werden in mehreren Schichten aufgetragen. Bei einem größeren Bild können das bis zu 50 Schichten sein, die jeweils erst nach dem Trocknen durch die nächste Schicht übermalt werden können. Durch diesen schichtweisen Aufbau des Bildes wird beim Betrachten der für die Hinterglasmalerei typische Eindruck räumlicher Tiefe erzeugt.

Im Gegensatz zur Malerei auf Leinwand muss als erstes der Bildvordergrund gestaltet werden, danach folgen der Bildmittelgrund und der Bildhintergrund. Durch diese Malweise ist eine spätere Korrektur des Bildes nicht mehr möglich. Neben dem Schutz der Farben durch die Glasplatte vor zerstörenden Umwelteinflüssen, wird gleichzeitig die Farbbrillanz durch die optischen Eigenschaften des Glases verstärkt.

Die Ursprünge der Hinterglasbilder liegen schon in der Antike und von da an ist sie in jeder Epoche zu finden. Technik und Verwendungszweck änderten sich zeitlich und regional.

Am Anfang waren es hauptsächlich Zwischengoldgläser, sogenannte fondi d’oro mit Ornamenten (in Blattgold radierte Darstellungen, die zwischen zwei Glasschichten eingeschmolzen wurden). Diese Technik nannte man Amalieren.

Daraus entwickelte sich dann das eigentliche Hinterglasbild, also das spiegelverkehrte Malen auf eine Glasplatte. Diese hauptsächlich religiösen Motive dienten bis zum Mittelalter zur Zierde von Kirchen und Klöstern. Im 17. und 18. Jahrhundert kam es dann zur Blütezeit der Hinterglasbilder und das Kunsthandwerk entwickelte sich regelrecht zur Volkskunst, denn jeder kaufte und vor allem malte solche Bilder, was zu einer Massenproduktion führte. In dieser Zeit hatte Augsburg mit seinen Malerzünften den Export der Bilder betreffend europaweit eine bedeutende Position.

Im 19.Jhd wurde die Hinterglasmalerei dann größtenteils durch den Kunstdruck und die Fotographie ersetzt, doch heute wird sie wieder beliebter.

Bei der Hinterglasmalerei gibt es viele verschiedene Techniken. Die für uns wohl wichtigste ist das Malen in umgekehrter Reihenfolge. Dabei werden zuerst die Konturen, Lichter, Schatten und Details auf eine Glasscheibe gemalt und dann die Flächen und der Hintergrund ausgemalt. Dies ist notwendig, da der Malgrund gleichzeitig auch die Sichtfläche ist. Daher ist es nicht möglich nachträglich durch Übermalen etwas zu korrigieren.

Entnommen aus einem Referat von Barbara Reichmann und Kathrin Fisel.

 

 

 

 

 


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